Kaninchen-Freigehege im eigenen Garten

By | November 4, 2016

Kaninchen sind robuster als ihr putziges Aussehen vermuten lässt, eine ganzjährige Haltung im Außengehege ist deswegen kein Problem für Ihre kleinen Langohren. Die Außenhaltung entspricht am ehesten der natürlichen Lebensweise des Kaninchens und ist deswegen eine tolle Alternative zur Innanhaltung der Tiere. Wenn Sie Ihrem Häschen ein Freigehege im eigenen Garten ermöglichen wollen, sollten Sie zuvor allerdings ein paar Dinge abklären.

Welche Bedingungen müssen Sie für die Haltung im Freigehege erfüllen?

Mit einigen Vorkehrungen ist es mit Sicherheit möglich auch Ihren Kaninchen im Garten ein schönes Freigehege einzurichten, in dem die verspielten Nager ausgiebig herumspringen und sich sonnen können. Dafür sollten Sie aber zunächst abklären, ob Sie die Grundbedürfnisse eines Kaninchens im Freigehege erfüllen:

  • Sie sollten über ausreichend Platz verfügen, um ein artgerechtes Freigehege einrichten zu können. Ein bis zwei Kaninchen, die tagsüber einen großen Freilauf zur Verfügung haben und nur nachts eingesperrt werden, benötigen immer noch 4qm Grundfläche für Ihr Freigehege.
  • Das Freigehege sollte den Kaninchen sowohl Sonne als auch Schatten bieten. Beachten Sie dabei, dass die Sonne im Laufe des Tages wandert.
  • Einrichtung nicht vergessen! Kaninchen sind Fluchttiere und lieben deswegen Versteckmöglichkeiten wie Häuschen oder Tunnel, in die sie sich bei Bedarf zurückziehen können.
  • Ein gutes Freigehege sollte auch Schutz vor der Witterung bieten: Bei Wind, Schnee oder Regen brauchen Ihre Kaninchen eine Möglichkeit ins Trockene zu fliehen und sich aufzuwärmen.
  • Für ausreichend Hygiene muss gesorgt werden. Sie als Kaninchenbesitzer sollten sich also nicht scheuen das Freigehege regelmäßig zu reinigen.

Wenn Sie diese grundsätzlichen Bedingungen erfüllen können, dann steht einer erfolgreichen Haltung im Freigehege nichts mehr im Weg! Machen Sie sich bewusst, dass das Freigehege für viele Jahre der Lebensraum Ihres Kaninchens sein soll, der daher entsprechend artgerecht beschaffen sein muss.

Unterschiedliche Ansprüche an Ihr Freigehege

Abhängig von den Bedingungen unter denen Sie Ihren Langohren Freilauf ermöglichen wollen, muss Ihr Freigehege unterschiedlichen Belastungen und Bedürfnissen standhalten. Planen Sie zum Beispiel Ihr Kaninchen nur unter Aufsicht in den Freilauf zu setzen und es nachts wieder in den Stall zu bringen, dann müssen die Sicherheitsvorkehrungen nicht ganz so hoch sein. Achten Sie trotzdem darauf, dass das Freigehege marder- und katzensicher ist. Dafür sollten keine größeren Lücken oder Maschen vorhanden sein, durch die sich ein Marder oder eine Katzenpfote hindurchzwängen könnten. Kaninchen sind gute Springer, deswegen sollte das Freigehege mindestens 1m, besser 1,50m hoch sein, damit Ihr Kaninchen nicht ausbrechen kann. Auch heimische Greifvögel wie der Milan oder der Habicht können eine Gefahr für Ihr Tier darstellen, deswegen sollten Sie das Freigehege immer abdecken, dazu eignet sich beispielsweise ein Netz. Ab und zu ist es ratsam die Tunnelbauten der Nager zu kontrollieren, denn manche Kaninchen sind sehr geschickt darin, sich einen Fluchttunnel aus dem Freigehege zu buddeln.

Bei einem Freilauf ohne Aufsicht müssen natürlich mehr Vorkehrungen getroffen werden. In einem solchen Fall ist es ratsam, das Gehege auch nach unten hin abzusichern, indem Sie zum Beispiel einen Kaninchendraht unterhalb der Wiese platzieren. Dabei dürfen Sie nicht vergessen, die Ränder des Drahtes mit den Wänden des Freilaufs zu verbinden. Eine andere Möglichkeit ist, den Draht des Außengeheges direkt beim Aufbau des Geheges ca. 60cm in den Boden zu versenken. Bei einem ganzjährigen Auslauf brauchen Ihre kleinen Fellnasen außerdem einen Zugang zum warmen und geschützten Stall. Dafür eignen sich zum Beispiel Hundehütten. Wer handwerklich geschickt ist, kann natürlich auch selber kreativ werden. Wichtig ist nur, dass diese Rückzugsmöglichkeit gut isoliert ist und die Tiere vor Kälte und Feuchtigkeit schützt.